Lehrlingsausbildung

Im Tischlerhandwerk bekommt jeder Auszubildende eine breite Grundausbildung. Hierfür stehen derzeit in der Bundesrepublik rund 44.000 Betriebe unterschiedlichster Art und Größe zur Verfügung. In manchen Tischler-Innungen beginnt die Ausbildung zum Tischler oder zur Tischlerin in einem Berufsgrundbildungsjahr Holztechnik. Dieses ist der betrieblichen Lehre vorangestellt. Es dient der theoretischen und praktischen Grundausbildung. Es wird in der Regel auf die Lehrzeit angerechnet.

Mit Brief und Siegel

Zur Mitte der Ausbildung findet eine Zwischenprüfung statt. Am Ende der Lehrzeit legt der Lehrling die Gesellenprüfung ab. Die Mindestanforderungen und den Prüfungsrahmen legen die Ausbildungsordnung und eine Gesellenprüfungsordnung fest. Die Prüfung unterteilt sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Im praktischen Teil wird eine Arbeitsprobe und ein Prüfungsstück, das sogenannte Gesellenstück, angefertigt. Nach bestandener Prüfung erhält der Lehrling den Gesellenbrief, der ihn berechtigt, sich als Tischlergeselle zu bezeichnen.

Die Lehrzeit

Die Lehrzeit beginnt in der Regel mit dem Schuljahr der Berufsschule. Das Lehrverhältnis ist vor Beginn durch einen schriftlichen Vertag zu regeln, wobei die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden müssen.Der Lehrvertrag wird in die Lehrlingsrolle der Handwerkskammer eingetragen. Die Probezeit dauert höchstens drei Monate.

Die Ausbildung zum Tischler/Schreiner wird auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte durch die Innungen des Tischler- und Schreinerhandwerks koordiniert. Sie betreiben die überbetrieblichen Ausbildungswerkstätten und führen die Prüfungen zum Tischlergesellen durch.

Die Lehre im Tischlerhandwerk dauert derzeit drei Jahre und findet bei einem Meister im Betrieb statt. Der Lehrling wird dort am Arbeitsplatz nach einem Ausbildungsplan in alle betrieblichen Arbeitsverfahren und -techniken eingeführt. Ihn zum selbständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren der Arbeit zu befähigen, ist oberstes Ziel. Diese betriebliche Ausbildung reduziert sich in der Regel um ein Jahr in Regionen, in denen das Berufsgrundbildungsjahr durchgeführt wird.

Der Berufsschulunterricht ergänzt die praktische Ausbildung im Betrieb. Er gliedert sich in die Bereiche:

  • Arbeitsplanung, Formgebung und Konstruktion
  • Werkstofftechnologie
  • Fertigungs- und Montagetechniken

Im Tischlerhandwerk dreht sich fast alles um das Produkt, und daran orientieren sich auch alle Arbeitsaufgaben. Die Berufsschule versucht dementsprechend, Kenntnisse und berufliches Handeln in konkreten Projekten anschaulich und real zu vermitteln. Dies geschieht in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Tischlerbetrieben. Im Unterricht soll der Lehrling die Materialien, die der Tischler verarbeitet, noch besser kennenlernen und zusätzliche Kenntnisse über die verschiedenen Arbeitsverfahren, Technologien und handwerklichen Konstruktionen erwerben. Daneben lernt der Auszubildende technische Zeichnungen zu lesen und auch selber Skizzen und Fertigungszeichnungen für Tischlerarbeiten anzufertigen. Dabei ist ein Gestaltungs- und Konstruktionsvermögen gefordert. Produkt-, planungs- und konstruktionsbezogene Berechnung und die Berücksichtigung von Arbeits- und Umweltschutzaspekten qualifizieren ihn zusätzlich für den betrieblichen Alltag.

Ergänzt wird die Ausbildung im Meisterbetrieb durch überbetriebliche Lehrgänge und den Unterricht in der Berufsschule. Zur Anpassung an die technische Entwicklung und zur Sicherung besonderer Ausbildungsinhalte werden in modernen Einrichtungen der Innungen oder Handwerkskammern zum Teil mehrwöchige Lehrgänge durchgeführt. Dabei vermitteln qualifizierte Ausbilder notwendige Grundlagenfertigkeiten ebenso wie den sicheren Umgang mit Maschinen und die Behandlung von Oberflächen.

Tischler sein!